"Kann ich das noch tragen?" Die Antwort von Ü50-Bloggerin Bärbel findest du hier!

Meissner Mode Lübeck +mymeissner.de + Model: Bärbel Ribbeck + Outfit: Marc Cain, Drykorn + Fotos: Vivian Planthaber
mymeissner.de + Model: Bärbel Ribbeck + Outfit: Marc Cain, Drykorn + Fotos: Vivian Planthaber

BRAUCHE ICH MIT Ü50 EINE MODEPOLIZEI?

Ärmellose Tops, kaputte Jeans, große Ausschnitte, kleine Muster, hohe Schuhe, Hotpants, Carmenblusen, kurze Röcke, Gladiatoren-Sandalen, cropped Shirts, Spaghettiträger, Spitzenblusen, bunte Strumpfhosen, Leggings, weiße Schuhe, Leoparden-Look... Wenn du diese Schlagworte hörst, dann hast du dazu vielleicht auch gleich Bilder von Mode und Modellen im Kopf. In meinem Kopf geht es sofort von "MUST HAVE bis NO GO". Und nun frage ich dich und mich: Warum ist das so?

Warum beugt sich eine Frau solchen sinnlosen Diktaten, die manchmal sogar von anderen Ü50 Frauen als Merkliste und Verhaltenskodex ausgegeben werden? Wer hat uns denn zu sagen, was ein Styling-Desaster oder ein Fashion-Fauxpas ist? Wer steckt eigentlich dahinter, wenn uns Frauen nur noch "schmeichelhafte, warme Erdtöne" empfohlen werden? Wem soll da was schmeicheln? Dem Auge des Betrachters schmeichelt im Zweifel doch auch eine kräftige Farbe!

WER BESTIMMT, WAS ICH ANZIEHE?

Diese Frage lässt sich doch ganz leicht beantworten: ICH. Ich mache, was ich will und ich trage, was ich will und worin ich mich wohl fühle. Wer sollte es denn sonst bestimmen?  

Meine Mutter hat es lange aufgegeben, überhaupt etwas zu sagen. Meiner Freundin gefielen meine pinken Nägel nicht zum Armreifen in orange. Mein Schatz guckt manchmal komisch, weil man bei Familienfeiern im hanseatischen Bremen besser hoch-seriös aufläuft. Auch die Erbtante kritisiert bei den teuren Modeschmuck-Ketten regelmäßig meine Auswahl mit den Worten: "In Deinem Alter solltest du doch lieber echte Perlen tragen." Und als eine angeblich wohlmeinende Kollegin fragte, ob ich nebenbei noch einen Kellnerjob hätte, habe ich sie lachend auf die fehlende Schürze hingewiesen.

Meissner Mode Lübeck + mymeissner.de + Model: Bärbel Ribbeck + Outfit: Oui, Cambio + Fotos: Vivian Planthaber
mymeissner.de + Model: Bärbel Ribbeck + Outfit: Oui, Cambio + Fotos: Vivian Planthaber

 

Ja, hin und wieder polarisiert Mode, das hat sie immer getan. Es geben sich nämlich viele Leute im Modezirkus sehr viel Mühe, um zu provozieren. Sie schöpfen tief, um Mode zu kreieren, die auffallend aus der Masse heraussticht. Manche Frauen möchten allerdings nicht (mehr?) auffallen. Sie werden unsicher und fragen sich: "Kann ich das noch tragen?" Na wann, wenn nicht jetzt! Andere fragen sich dagegen, warum sie eigentlich "unsichtbar" sind. Das könnte vielleicht auch an der Wahl der Bekleidung liegen.

ICH VERKLEIDE MICH NICHT!

Ich kann beides nicht recht nachvollziehen, denn mit meiner lichten Höhe von 1,84 m falle ich immer auf, wenn ich irgendwo hinkomme. "Du bist ganz schön viel Mensch!" sprach der Herr Ex-Raumteiler mal und schaute dabei leicht nach oben. Ist bei mir also nix mit unsichtbar, aber auch damit kann ich umgehen. Und ich verstelle mich nicht. Ich verkleide mich auch nicht und ich ziehe keine Sachen an, in denen ich mich nicht gut fühle. Meistens gucke ich selber viel zu kritisch in den Spiegel. Andere Menschen sehen nämlich oft gar nicht, was mich an mir nervt. Ich bin noch weit davon entfernt, mich irgendwelchen Selbstoptimierungen zu unterziehen, aber auch nicht so gelassen, dass ich alles an mir großartig finde. Deshalb greife ich zu Kleidungsstücken, die meine gewachsenen Vorzüge unterstreichen und die Stellen kaschieren, die ich nicht so mag. Das finde ich ganz normal.

Meissner Mode Lübeck + mymeissner.de + Model: Bärbel Ribbeck + Outfit: Scotch & Soda, Marc Cain + Fotos: Vivian Planthaber
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Ich mag zum Beispiel meine nackten Oberarme nicht auf Fotos sehen. Also versuche ich, das zu vermeiden. Wenn es aber im Sommer sehr heiss ist und jedes Gramm Stoff am Leib eins zuviel ist, dann habe ich auch sehr flatterhafte ärmellose Blusen und Kleidchen an und trage diese, ohne mich um meine "Winkeärmchen" zu scheren. Ich möchte mich von meiner Kleidung nicht einengen lassen, weil sich jemand mit definiertem Trizeps an meinem Anblick stören könnte.

MODESÜNDEN GIBT ES NICHT!

"Bauchfrei und Leggins mit Größe 46" ist auch so ein Klischee, das Karikaturisten gerne verwenden, um einen bestimmten Typ Frau darzustellen. Doch was ist denn schon dabei?

Eine Frau, die trägt, was sie will! Ohne irgendwelche „Vorschriften“ aus den Köpfen anderer Leute. Diese Frau kann ich weder belächeln noch bedauern, sondern nur bewundern. Entweder ist sie völlig frei im Kopf oder ihre Außenwirkung ist ihr egal. Auch das soll's ja geben - ist doch völlig legitim! Mir ist meine Kleidung aber nicht egal - seit ich 18 bin und selber bestimmen kann, was ich mit meinem Geld mache, wird der größte Teil für Kleidung und Accessoires ausgegeben. Ich habe Glück! Mich macht das froh, ich habe Spaß daran.

Meissner Mode Lübeck + mymeissner.de + Model: Bärbel Ribbeck + Outfit: Closed, Mos Mosh + Fotos: Vivian Planthaber
mymeissner.de + Model: Bärbel Ribbeck + Outfit: Closed, Mos Mosh + Fotos: Vivian Planthaber

Andere nennen mich vielleicht Anziehpüppchen und fahren lieber dicke Autos, machen Traumurlaube, haben ein schmuckes Häuschen oder sensationellen Schmuck. Manche haben auch alles zusammen. Die haben auch Glück ;-)

Glück gehört auch dazu, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. In meinem Fall nämlich in Lübeck, zu einer interessanten Veranstaltung über Sinn und Nutzen der sozialen Medien. In diesem Kreis traf ich Katinka von Meißner, die einen Vortrag hielt. Sie berichtete, warum sie ungern die gephotoshoppten Kampagnenbilder der Markenhersteller verwendet, sondern für ihren Blog lieber mit eigenen Models shootet: Mit ihren realen Kunden, ihren Mitarbeitern oder mit Bloggern aus der Region. Bei dem Wort Blogger horchte ich auf und beschloss, Katinka einfach anzusprechen. Ich stellte mich und meinen Blog kurz vor und schon war die Idee geboren, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Also auf meine Beine - mich zum Beispiel - in ihrer Mode!

EIN SECHSER IM LOTTO!

Meißner Mode Lübeck + mymeissner.de + Model: Bärbel Ribbeck + Outfit: Marc Cain, Cambio + Fotos: Vivian Planthaber
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Das Gefühl, vor einer Losbude zu stehen, den Hauptgewinn in der Hand zu halten und einmal völlig freie Auswahl zu haben, das Gefühl kannst Du sicher nachvollziehen. Spannung, Vorfreude, es kribbelt und doch fällt die Entscheidung schwer, weil es so viele schöne Versuchungen gibt. So ging es mir, als ich bei Meißner von einer Kleiderstange zur anderen ging und meinen Kleiderständer für unser Mode-Shooting bestückte. Ein pinker Pulli, ein Hemdblusenkleid, ein Patch-Parka, eine weiße Jeansröhre, ein Tweedrock, ein Statement-Shirt, eine Flatterbluse... 

...ich raffte erstmal alles, was mein Herz begehrt - und erst in der zweiten Runde schaute ich genauer hin. Die erstgenannten Teile schafften es nämlich nicht in die finale Auswahl. Trotzdem sind bei den Outfits Kombinationen dabei, die ich noch nie gezeigt habe. Die Off-Shoulder-Bluse zum Beispiel. Der Trend ist mega angesagt, aber irgendwie habe ich mich bisher nicht rangetraut. In dieser gemäßigten Variante habe ich mich plötzlich total chic gefühlt und könnte bei passender Gelegenheit auch noch mehr Schulter zeigen ;-). Zu der gemusterten Hose hat mir Katinka geraten. Ich wäre sicher meinem Schema F "wie immer" treu geblieben und hätte mir dazu eine Jeans ausgesucht. Schönes Experiment, das meinen Mode-Horizont erweitert hat.

STIL IST WICHTIGER ALS MEIN ALTER!

Meissner Mode Lübeck + mymeissner.de + Model: Bärbel Ribbeck + Kleid: Marc Cain + Fotos: Vivian Planthaber
mymeissner.de + Model: Bärbel Ribbeck + Kleid: Marc Cain + Fotos: Vivian Planthaber

Manchmal bin ich mir eben nicht sicher, was zu mir passt. Und mit dieser Unsicherheit bin ich auch nicht alleine. Am liebsten gehe ich doch mit meiner besten Freundin zum Shopping - oder heutzutage fragt man ja auch gerne mal das Instavölkchen, ob etwas TOP oder HOPP ist.

Selbst jetzt, bei der freien Auswahl, war ich sehr froh, dass eine Modeberaterin auf mich wartete, als ich mit dem nächsten Outfit aus der Umkleidekabine kam. Das ist Luxus? Das hast Du lange nicht mehr erlebt?

Ich auch nicht. Aber ich kann mich noch daran erinnern, dass es früher normal war. Eine Verkäuferin hat dich beraten und dir gegebenenfalls auch mal eine andere Größe oder ein anderes Modell in die Kabine gebracht. Es ist unglaublich, aber dieser Service existiert noch! Ich habe ihn wiedergefunden, in Lübeck in der Hafenstraße. Bei MEISSNER im Modehaus: Modeberater, die sich Zeit nehmen, dich beraten. Die ihre Stammkundschaft kennen und mich gleich sehr freundlich in ihre Mitte nahmen.

Ich wählte aus dem großen und wohlsortierten Angebot auf 500 m² Verkaufsfläche für die Damen fünf komplette Outfits sowie ein Kleid aus und dann gingen wir zum Shooting in die Stadt. Und das Ergebnis hast du dir gerade angeschaut! Ich danke Meißner und den richtig lieben Mitarbeitern für die spaßvolle Zusammenarbeit!

 

Bärbel Ribbeck

 

Mehr von mir findest du in meinem Blog uefuffzich.blogspot.de und bei Instagram.

 

Und hier noch ein paar Impressionen vom Fitting bei Meißner und vom Shooting beim Hansemuseum:

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